Migration von Shopify zu Finqu: Wie Takomo einen vollständig individuellen Onlineshop aufgebaut hat

Takomo hat seinen Onlineshop nach eigenen Vorstellungen gestaltet
Takomo Systems wollte einen Onlineshop, der dem Kauf von maßgeschneiderten Gaming-PCs genauso gerecht wird, wie das Unternehmen sie selbst baut. Als die Entscheidung fiel, den wichtigsten Teil des Shops grundlegend zu überarbeiten, hat Takomo gleichzeitig den gesamten Onlineshop konsequent auf das eigene Geschäft ausgerichtet – und ist von Shopify zu Finqu gewechselt.
Im Onlineshop von Takomo wählen Sie nicht einfach ein Produkt aus und gehen zur Kasse. Kunden können ihren Gaming-PC Komponente für Komponente selbst zusammenstellen, Optionen vergleichen, sich bei der Auswahl helfen lassen und nach der Bestellung den Fertigungsstatus ihres PCs verfolgen.
Alles findet in einem Onlineshop statt, der aussieht und sich anfühlt wie Takomo.

Gaming-PCs, ein Rechner nach dem anderen
Takomo Systems nahm 2017 seine Tätigkeit auf. Die ersten PCs wurden noch im Wohnzimmer zusammengebaut, doch im Laufe der Jahre ist das Unternehmen in eigene Produktionsstätten in Järvenpää gewachsen.
Eines ist jedoch gleich geblieben: Takomo baut seine Computer in Finnland und bietet eine Alternative zu massenproduzierten Gaming-PCs. Jeder Computer wird nach den persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen des Kunden gefertigt – und diese Philosophie setzt sich auch im Onlineshop fort.
Der Kauf eines maßgeschneiderten Gaming-PCs ist immer mit vielen Entscheidungen verbunden. Prozessor, Grafikkarte, Arbeitsspeicher, Mainboard und andere Komponenten müssen perfekt zusammenpassen, doch die technische Kompatibilität ist nur der Anfang. Der Kunde sollte auch verstehen, wo sich eine höhere Investition in der Praxis wirklich bemerkbar macht und bei welchen Entscheidungen der Unterschied zwischen zwei Optionen lediglich auf dem Papier besteht.
Deshalb ist es die Aufgabe des Onlineshops, nicht nur Komponenten zu präsentieren, sondern auch dabei zu helfen, den passenden Computer zusammenzustellen.
„Für uns ist der Onlineshop praktisch auch ein Verkäufer. Der Kunde muss nicht im Voraus wissen, worin der Unterschied zwischen zwei Prozessoren besteht – die Aufgabe des Shops ist es, dies in verständlicher Sprache und genau im richtigen Umfang zu vermitteln, damit der Kunde eine kluge Kaufentscheidung treffen kann.
Deshalb zeigt der Konfigurator direkt an, welches Teil das System ausbremst und wo sich die nächsten hundert Euro in der Nutzung tatsächlich bemerkbar machen. Wenn sich der Kauf wie das Entziffern einer Komponentenliste anfühlt, haben wir versagt.“
Wenn das Herzstück des Shops neu aufgebaut wird
Der alte Shopify-Shop von Takomo funktionierte zwar gut, aber es gab vieles am PC-Konfigurator , das sie in der nächsten Version besser machen wollten.
Takomo hatte seinen ersten PC-Konfigurator bereits 2021 entwickelt, als eine weltweite Komponentenknappheit den Bau von Computern besonders schwierig machte. Mit dem Konfigurator konnten Kunden einen PC aus Teilen zusammenstellen, die tatsächlich verfügbar waren. Über die Jahre entwickelte er sich zu einem zentralen Bestandteil des Online-Vertriebs von Takomo.
Als die Planung für die nächste Version begann, ging es nicht mehr nur um ein kleines Update. Der PC-Konfigurator sollte praktisch neu aufgebaut werden, und gleichzeitig bot sich die Gelegenheit, den gesamten Onlineshop mit frischem Blick zu betrachten.
Auch die Plattform wurde gewechselt.
Shopify wurde hinter sich gelassen und der neue Shop auf Finqu aufgebaut.
Mit dem PC Builder 2.0 werden schwierige Entscheidungen leicht gemacht
Das Herzstück des neuen Shops ist der PC Builder 2.0.
Früher mussten sich Kunden bereits vor dem eigentlichen Vergleich zwischen AMD- und Intel-Systemen entscheiden. Jetzt sind beide Optionen in einer einzigen Oberfläche vereint, und Komponenten können direkt während der Konfiguration des PCs miteinander verglichen werden.

Kunden müssen zudem nicht mehr im Vorfeld die technischen Unterschiede verschiedener Mainboards kennen oder unzählige Tabs öffnen, um herauszufinden, was sich zwischen zwei Optionen tatsächlich ändert. Der Builder integriert alle wichtigen Informationen direkt in den Auswahlprozess.

Diese Änderung mag wie ein reines UI-Redesign klingen, doch für Takomo steckt weit mehr dahinter: Es ist ein Weg, den Online-Verkauf komplexer Produkte einfach zu gestalten.
Der Shop bietet nicht nur Optionen an. Er hilft dabei, die richtige Wahl zu treffen.
Ein Shop muss nicht dem Standard entsprechen
Takomo wollte sich nicht damit zufriedengeben, nur die Funktionalität des Builders anzupassen.
Es wurden sechs völlig unterschiedliche visuelle Themes für den Shop entwickelt, die den Kunden von der Startseite bis zum Bestellabschluss begleiten. Derselbe Gaming-PC kann in einer niedlichen Cat-Girl-Welt, einer Optik im Pergament-Stil oder im „Takomo 9x“-Theme, einer Parodie auf Windows 95, konfiguriert werden.



Produkte und Preise bleiben gleich. Das Erlebnis ändert sich grundlegend.
Takomo 9x ist vielleicht das unterhaltsamste Detail des gesamten Projekts und zugleich eines der besten Beispiele dafür, was Takomo mit seinem neuen Online-Shop erreichen wollte. Die Benutzeroberfläche muss nicht so funktionieren, wie es die Standardvorgaben der Plattform diktieren; sie kann so angepasst werden, dass sie ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensmarke wird.
„Die Theme-Engine unseres Online-Shops ist ein gutes Beispiel für das gesamte Projekt. Es ist keine Funktion, die jemals auf der Roadmap eines größeren Entwicklungsteams landen würde.
Die neuen KI-basierten Tools und der Workflow, den wir für die Theme-Entwicklung bei Finqu aufgebaut haben, haben die Hürden für die Umsetzung selbst ausgefallenster Ideen gesenkt – auf eine Weise, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre.“
Das Endergebnis sieht überhaupt nicht nach Finqu aus. Es sieht zu 100 % nach Takomo aus.
Der Service endet nicht mit der Bestellung
Der PC Builder ist nicht der einzige Teil, der für Takomo im neuen Shop entwickelt wurde.
Wenn ein Kunde einen individuellen Gaming-PC bestellt, verrät die Standardmeldung „Bestellung wird bearbeitet“ nur wenig über den Fortschritt. Bei Takomo wird der Kunde nicht im Ungewissen gelassen, bis das Paket eintrifft. Im neuen Shop wird dies direkt auf der Bestellseite des Kunden transparent gemacht. Der Kunde sieht, wann die Bestellung eingegangen ist, wie viele Werktage die Fertigstellung des PCs voraussichtlich in Anspruch nimmt und wann der Computer versandt wurde.
KI wurde zudem in zwei verschiedenen Rollen in den Service integriert, wobei für jeden Zweck ein passendes KI-Modell gewählt wurde. Der Kundenservice-Assistent kann unter anderem Fragen zu Garantien, Lieferung und Anpassungsmöglichkeiten beantworten.

Der Assistent des PC Builders hingegen hilft dabei, das Setup des Nutzers zu analysieren und Komponenten miteinander zu vergleichen. Im Kundenservice kommt Claude zum Einsatz, während die Analysen und Vergleiche des Konfigurators über Gemini 3.1 Pro laufen.

Bei beiden Lösungen ist der Ausgangspunkt derselbe: Der Online-Shop folgt Takomos Art der Kundenbetreuung, selbst wenn vorgefertigte E-Commerce-Funktionen allein nicht ausreichen.
Wie war es, auf Finqu zu entwickeln?
Bei einem hochgradig anpassbaren Shop geht es nicht nur darum, was die Plattform von Haus aus bietet. Es muss auch Raum für Ideen geben, die so noch niemand umgesetzt hat.
Der PC-Konfigurator von Takomo ist Teil desselben Finqu-Shops, in dem der Kunde letztendlich seine Einkäufe tätigt. Die individuelle Auswahl-Logik, der Komponentenvergleich, alternative Benutzeroberflächen und andere für Takomo entwickelte Lösungen sind in das Einkaufserlebnis integriert und führen auf dem gewohnten Weg zum Warenkorb und zur Kasse.
Kasse, Zahlungsmethoden und Auftragsverwaltung waren standardmäßig bereits vorhanden und mussten daher nicht angepasst werden. So konnte die gesamte Entwicklungszeit in das investiert werden, was für den Kunden sichtbar ist und den Shop von Takomo besser macht als die Konkurrenz.
Dennoch verlief die Entwicklung nicht ganz reibungslos. Einige Einschränkungen konnte Takomo selbst umgehen, bei anderen benötigten sie die Hilfe von Finqu. So wurde beispielsweise die individuell berechnete Produktionszeit anfangs nicht vom Warenkorb bis zur Bestellung übernommen, was dann plattformseitig behoben wurde.
„Genau das war das Beste am gesamten Projekt: Ein Händler unserer Größe kann tatsächlich mit den Leuten sprechen, die auch Änderungen an der Plattform vornehmen können. Das ist etwas völlig anderes, als nur mit dem Standard-Support zu kommunizieren. Bei Finqu versandete eine Änderungsanfrage nicht, sondern gelangte direkt dorthin, wo sie umgesetzt werden konnte.“
Technische Umsetzung in Kürze
Der Shop basiert auf dem Nova-Theme von Finqu, doch aus Kundensicht ist vom ursprünglichen Theme nur noch sehr wenig übrig. Der Theme-Code, die Styles und die Browser-Logik wurden größtenteils von Takomo geschrieben.
Als Theme-Sprache wird Liquid verwendet – dieselbe Sprache wie bei Shopify. Dadurch konnten die Strukturen und die gewohnte Denkweise des alten Shops bequem weitergenutzt werden, anstatt auf einer neuen Plattform alles von Grund auf neu lernen zu müssen.

Produktdaten direkt im Konfigurator
Der PC-Konfigurator benötigt die gesamte Komponentenauswahl auf einmal: Preise, Lagerbestände, Bilder und Gruppierungen für über hundert Produkte.
Die Daten werden direkt mit der Seite über Liquid aufgebaut, sodass der Konfigurator beim Öffnen nicht auf separate Netzwerkanfragen warten muss. Gleichzeitig bleibt die Produktverwaltung die standardmäßige Finqu-Produktverwaltung. Die Komponenten sind reguläre Produkte in ihren eigenen Kategorien, und es muss kein separates Produktregister gepflegt werden.
Das gesamte Setup auf einmal in den Warenkorb
Ein Gaming-PC-Setup besteht aus 15–17 Auftragspositionen, die als eine Einheit in den Warenkorb gelegt werden müssen.
Dies erfolgt über Storefront GraphQL mit einer einzigen cartLinesAdd Mutation, wobei die Checkout-URL in derselben Antwort empfangen wird. Die geschätzte Produktionszeit wird als zusätzliche Information für die Position mitgegeben, sodass sie auch in der Auftragsbestätigung und auf der Bestellseite des Kunden angezeigt werden kann.
Kompatibilität wird im Browser gelöst
Welche Teile zusammenpassen und was bei anderen Auswahlmöglichkeiten geändert werden muss, wird im Browser mithilfe der eigenen Logik von Takomo gelöst.
Dafür sind keine speziellen Funktionen der Plattform erforderlich. Es reicht aus, dass das Theme genügend Spielraum für eigenes JavaScript bietet und die Produktdaten im erforderlichen Format bereitgestellt werden.
Checkout und Nachrichten wurden ebenfalls an das Takomo-Design angepasst
Der Checkout läuft außerhalb des Themes, daher werden sein Erscheinungsbild und kleinere funktionale Ergänzungen über kanalspezifische JavaScript-Injektionen von Finqu gesteuert.

Bestellbestätigungen und Versand-E-Mails hingegen wurden als eigene MJML-Vorlagen im E-Mail-Editor von Finqu erstellt. Die Anpassung erstreckt sich somit vom Storefront über den Checkout bis hin zur gesamten Kommunikation nach der Bestellung.
Entwicklung im eigenen Tempo vor dem Launch
Das Theme liegt in Git und synchronisiert sich mit einem separaten Entwicklungstheme. Änderungen können wie in einem echten Shop getestet werden, bevor sie veröffentlicht werden und für Kunden sichtbar sind.
Bei der eigentlichen Entwicklungsarbeit hat Takomo fast ausschließlich die Claude-Modelle von Anthropic verwendet und das Modell stets passend zur jeweiligen Aufgabe gewählt.
- 135 Komponenten in 14 Sektionen
- 47 Kompatibilitätsregeln
- 7 Shop-Layouts (Themes)
- 2 gepflegte Sprachen
Warum Finqu statt Shopify?
Takomo kannte Shopify bereits seit Jahren. Es war eine funktionale Plattform, und der neue PC-Konfigurator hätte auch darauf aufgebaut werden können.
Da der PC-Konfigurator und ein Großteil des Einkaufserlebnisses ohnehin überarbeitet werden sollten, wurde auch die Wahl der Plattform erneut in Betracht gezogen. Entscheidend war, dass Finqu in der Lage sein musste, denselben Plan umzusetzen, ohne dass Takomo seine Ambitionen herunterschrauben musste.
„Shopify war uns vertraut und funktional, und wir sind nicht aus der Not heraus gewechselt. Da der Konfigurator und ein Großteil des Einkaufserlebnisses ohnehin überarbeitet wurden, war es ein natürlicher Zeitpunkt, auch die Plattform neu zu bewerten.“
Der Wechsel erwies sich technisch als unkomplizierter als erwartet. Beide Plattformen verwenden Liquid als Theme-Sprache, daher waren die Struktur und die Denkweise sofort vertraut. Für jemanden, der speziell von Shopify migriert, ist dies ein bedeutender Vorteil.
Niedrigere Betriebskosten sprachen eindeutig für Finqu. Noch wichtiger war jedoch, dass Takomo genau den Shop bauen konnte, den es geplant hatte. Die Anpassung des Checkouts ist bei Shopify beispielsweise auf das teuerste Abonnement beschränkt.
Auch die finnischen Wurzeln der Plattform spielten bei der Entscheidung eine Rolle.
„Wir sind ein finnischer Avainlippu-Onlineshop und bauen jedes Gerät von Hand in Järvenpää. Es ist nur logisch, dass der Shop ebenfalls auf einer Plattform von Finqu basiert.“
Der fertige Shop von Takomo macht den Vergleich der Plattformen greifbar. Ein hochgradig angepasster Onlineshop bedeutet nicht automatisch Shopify. Ein individuelles Erlebnis lässt sich auch auf Finqu aufbauen, wo die Struktur, die Kauflogik und die Benutzeroberfläche weitgehend an die eigenen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden können.
„Wenn uns jemand fragen würde, ob Finqu eine hochgradig angepasste Umsetzung bewältigen kann, ist die Antwort einfach: Wir haben alle unsere Entwicklungsideen trotz ihres hohen Anspruchs erfolgreich und ohne größere Reibungsverluste umgesetzt.“
Wir haben bei der Planung keine Abstriche gemacht, nur weil sich die Plattform geändert hat.
Besuchen Sie den Onlineshop von Takomo → www.takomo.store
Der neue Shop ist das Fundament für zukünftige Ideen
Takomo selbst bezeichnet seinen neuen Onlineshop als Plattform für Neues. Das trifft auch das Ergebnis des gesamten Projekts sehr genau.
Der PC-Konfigurator, Komponentenvergleiche, verschiedene Benutzeroberflächen, der KI-Assistent und die Bestellseite zur Verfolgung des Produktionsfortschritts sind nicht das Ende der Fahnenstange. Sie zeigen, wie der Onlineshop immer stärker auf die Produkte, die Kunden und die Arbeitsweise von Takomo zugeschnitten werden kann.
Der neue Shop ist daher weit mehr als nur ein gelungener Relaunch.
Er bietet Takomo den nötigen Freiraum für alles, was als Nächstes kommt.
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